Die Zusammenarbeit zwischen dem FC Barcelona und Hans-Dieter Flick war bisher ein großer Erfolg. Die Katalanen führen die Liga mit einem Spiel Vorsprung an und haben sich für das Viertelfinale der Champions League qualifiziert. Das heißt aber nicht, dass Flick nicht auf seine Spieler einredet. Tatsächlich hat sich der Trainer schon mehrfach lautstark zu Wort gemeldet. Laut Mundo Deportivo haben Jules Koundé und Iñaki Peña besonders erfahren müssen, dass ein wütender Flick kein angenehmer Mensch ist.
Nach der letzten Saison übernahm Flick beim FC Barcelona die Nachfolge von Xavi Hernández. Der legendäre Mittelfeldspieler hatte den Verein 2023 zur Meisterschaft geführt, musste aber nach einem enttäuschenden Ende der letzten Saison weichen. Bisher hat Flick besser abgeschnitten als erwartet. Der FC Barcelona hat ein Spiel weniger bestritten und liegt in Führung, steht im Viertelfinale der Champions League und kann sich nächste Woche für das Finale der Copa del Rey qualifizieren. Außerdem hat der FC Barcelona unter Flick bereits zweimal gegen Real Madrid gewonnen. Und das nicht gerade bescheiden: In der Liga gewannen sie 0:4 in Madrid und im Supercopa-Finale 2:5. „Hansi Flick ist für viele Barça-Fans bereits ein Idol geworden“, schreibt Mundo Deportivo.
Die katalanische Sportzeitung weist darauf hin, dass der FC Barcelona unter Flick weiterhin um alle wichtigen Titel mitspielt und einen „spektakulären Angriffsstil“ pflegt. „Seine freundliche, elegante und maßvolle Art in der Öffentlichkeit kommt bei den Barcelona-Fans gut an, die ihn liebevoll seine Spieler bei Auswechslungen umarmen sehen und regelmäßig Zeit finden, um sich mit ihm fotografieren zu lassen“, heißt es dort. Mundo Deportivo spricht dann über die ‚harte‘ Seite von Trainer Flick. Laut der Zeitung hat der Deutsche „mehr als einmal“ seine Meinung lautstark kundgetan, wenn er nicht gehört wurde.
„Koundé hat am meisten gelitten“
„Der Schlag gegen die Tür, den Koundé nie vergessen wird“, so Mundo Deportivo. Der Franzose, der im Sommer 2022 für viel Geld von Sevilla kam, ist beim FC Barcelona unumstritten und spielt als Rechtsverteidiger eine wichtige Rolle in Flicks Team, aber er soll auch derjenige sein, der seit der Ernennung des Deutschen ‚am meisten gelitten‘ hat. „Koundé kam einmal zu spät zum Training und dreimal zu den Besprechungen vor den Spielen, was ihn in allen drei Spielen seinen Platz in der Startelf kostete. Flick war besonders streng zu ihm, nachdem er zum dritten Mal zu spät zu einer Mannschaftsbesprechung kam, am Tag des Heimspiels gegen Rayo Vallecano. An diesem Tag kam der Franzose zu spät zur Besprechung in einem Raum im Torre Melina Gran Meliá Hotel, dem ehemaligen Juan Carlos I-Gebäude.
Flick zeigte deutlich, dass er die Nase voll hatte. „Der Manager wartete mit dem Rest des Teams im Raum auf Koundé, und als der Franzose hereinkam, schlug Flick die Tür so heftig zu, dass sie fast zerbrach“, schreibt die Zeitung und fügt hinzu, dass Flick Koundé auch angeschrien habe. „Die Regel lautet: Wer zu spät zum Training kommt, muss eine Geldstrafe zahlen. Wer am Spieltag zu spät kommt, muss eine Geldstrafe zahlen und erhält eine „Bankstrafe“, wie es Iñaki Peña passiert ist“, so Mundo Deportivo. Peña war in dieser Saison zunächst Ersatz für den verletzten Marc-André Ter Stegen, verlor aber zu Beginn dieses Kalenderjahres seinen Stammplatz. Peña wäre normalerweise im Halbfinale der Supercopa gegen Athletic Club in der Startelf gestanden, kam aber zu spät zur Teambesprechung. „Es war der Torwart, mit dem er das hitzigste Gespräch führte“, heißt es in dem Artikel über Flick.
Laut der Website wird Flick „auch vor und während der Spiele sehr angespannt“. „Eine halbe Stunde vor Anpfiff ist er bereits fokussiert und spricht kaum mit jemandem. Er erlebt die Spiele auch intensiv. Nach einem Gegentor sind schon einige Wasserflaschen durch die Luft geflogen und Sorg und De la Fuente, seine vertrauten Assistenten, haben auch schon einige Rügen von ihm erhalten“, heißt es.